Karpatenpässe
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Die Karpatenpässe sind historische Tore zwischen Galizien, der Bukowina und Transkarpatien. Über die Sättel des Wasserscheidekamms zogen jahrhundertelang Heere, Händler und Eisenbahnen, und die Namen selbst bewahren die Erinnerung an Invasionen. Unten Karte, Tabelle der wichtigsten und höchsten Pässe (Höhe, Massiv, Typ, Verbindung) und Antworten auf häufige Fragen, darunter der Streit, welcher Pass der „höchste“ ist.
Wichtigste Pässe der Ukrainischen Karpaten
| Pass | Höhe, m | Massiv/Kamm | Typ | Verbindung |
|---|---|---|---|---|
| Legionen | 1110 | Gorgany | Fußweg | Bystryzja ↔ Brustury |
| Wolowez | 974 | Wasserscheidekamm | Bahn | Oporez ↔ Skotarske |
| Jablunyzja | 931 | Jassinja-Kamm | Straße | Worochta ↔ Jassinja |
| Torun | 931 | Gorgany | Straße | Wyschkiw ↔ Torun |
| Uschok | 889 | Wasserscheidekamm | Straße+Bahn | Sjanky ↔ Uschok |
| Werecke | 841 | Wasserscheidekamm | Fußweg | Klymez ↔ Werbjasch |
| Nimtschytsch | 580 | Pokutien-Bukowina | Straße | Wyschnyzja ↔ Berehomet |
Die vollständige Liste im Wikipedia-Artikel „Liste der Pässe der Ukrainischen Karpaten“.
Orte7
Häufige Fragen4
Welches ist der höchste Karpatenpass?
Es kommt darauf an, was als Pass gilt. Die absolut höchsten sind wenig bekannte Fußsättel auf den Kämmen (Kopilaskyj ~1500 m, Sementschuk ~1405 m), bloße Punkte auf Wanderwegen ohne jede Straße. Der höchste Pass mit einer (heute zerfallenen) Straße ist der Legionen-Pass (1110 m). Und die höchsten, über die Autos tatsächlich fahren, sind Jablunyzja und Torun (je 931 m), oft „höchste befahrbare“ genannt. Eine eindeutige Antwort gibt es also nicht: Alles hängt davon ab, ob man Fußsättel und verlassene Straßen mitzählt.
Was geschah in der Geschichte an den Karpatenpässen?
Die Pässe waren stets Tore für Heere. Durch Werecke zogen der Sage nach 895 die Magyaren Árpáds nach Pannonien. Durch Jablunyzja brach im 13. Jahrhundert eine mongolisch-tatarische Horde - daher der zweite Name Tatarenpass. Um Uschok wurden einige der härtesten Schlachten des Ersten Weltkriegs (1914-1915) geschlagen, und im Zweiten verlief hier die Verteidigungslinie „Árpád“. Der Pass der Legionen ist nach den polnischen Legionären benannt, die 1914 eine Frontstraße über ihn bauten.
Kann man die Pässe im Winter befahren?
Nicht alle. Die asphaltierten Jablunyzja, Torun, Uschok und Nimtschytsch sind ganzjährig offen, doch bei starkem Schneefall und Glatteis werden sie zeitweise gesperrt, und Lkw stauen sich. Werecke und Wolowez haben praktisch keinen Straßenverkehr (der erste ist ein historischer Pfad, unter dem zweiten verläuft nur eine Bahn). Und der Legionen-Pass ist im Winter selbst zu Fuß ohne Vorbereitung unpassierbar.
Warum gibt es einen Tunnel unter einem Pass?
Weil Eisenbahnen keine steilen Steigungen vertragen. Unter dem Wolowez-Pass (Skotarske) verläuft seit 1887 der Beskyd-Tunnel, ein Schlüsselstück der Hauptstrecke Lwiw-Mukatschewo. Die alte eingleisige Röhre wurde zum Engpass für den Güterverkehr, daher wurde 2018 daneben ein neuer zweigleisiger Beskyd-Tunnel von 1764 m Länge eröffnet. So werden die Berge nicht oben, sondern mittendurch überwunden.