Alpengletscher schmelzen rekordverdächtig — Himalaya-Katastrophe als Warnung
Kontext Nepal. Ende August 2026 rollte eine Mischung aus Wasser, Schlamm und Geröll über 170 km vom Südwesten Tibets bis ins zentrale Nepal; nach ersten Berichten starben Hunderte Menschen. Behörden und Wissenschaftler führen die Katastrophe auf den Einsturz von Eis und Fels am Langtang Lirung (Nepal–Tibet-Grenze) zurück: Der Boden unter dem Gletscher gab nach und riss das Eis mit. Glaziologe Olaf Eisen (Alfred-Wegener-Institut) schätzt das Lawinenvolumen auf das 10–20-Fache der Tragödie von Blatten (Schweiz, Mai 2025).
Rekord-Schmelze in den Alpen
Der Sommer 2026 bringt die europäischen Gletscher auf Kurs zu Rekordverlusten. GLAMOS und die ETH Zürich melden den Glacier Loss Day — den Tag, ab dem nur noch Eis schmilzt — am 29. Juni, deutlich früher als üblicherweise Ende September. Der Winterschnee lag 25 % unter dem Mittel der Jahre 2010–2020.
Vom Rhône-Gletscher schmolzen über 9 m Eis von der Oberfläche; in dieser Saison verlor er rund 30 Millionen Tonnen Eis. Die Schmelze stieg über 3100 m — Höhen, die früher im Sommer selten betroffen waren. Andreas Bauder (ETH Zürich) und Rainer Prinz (Universität Innsbruck) erwarten, dass 2026 den Rekord von 2022 bricht oder nahekommt, als weitere 6 % des alpinen Gletschereises verschwanden. Seit 1850 sind in der Schweiz etwa 1000 Gletscher verschwunden.
Risiken für Wanderwege
Olaf Eisen weist darauf hin, dass Europa zu den am schnellsten erwärmenden Kontinenten zählt; zurückweichende Gletscher und auftauender Permafrost destabilisieren das Hochgebirge. Besonders gefährdet sind Lagen um 2500–3000 m in Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz — besonders in Kombination mit Hitzewellen oder Starkregen.
Am Weisshorn East wurden drei kleinere Gletscherabbrüche registriert; Wander- und Radwege bei Randa wurden gesperrt. Im Mai 2025 zerstörte ein Fels-Eis-Einsturz Blatten (ein Toter). 2022 brach am italienischen Marmolada-Gletscher ein Eisblock ab — 11 Bergsteiger starben.
Für Alpin-Wanderer. Lokale Wegsperrungen (Gemeinde, Kanton, Park), Gewitter- und Hitzewarnungen prüfen; auf Gletscherterrain und unter steilen Hängen mit schmelzendem Eis steigen Steinschlag- und Eislawinenrisiken. Ein Nepal-Maßstab in den Alpen gilt als unwahrscheinlich, der Trend zu mehr Gebirgsinstabilität ist klar.