Katastrophale Überschwemmung in Nepal
Was geschah. Nach Berichten nepalesischer Medien wird die Katastrophe mit dem Absturz einer großen Eis- und Geröllmasse in Verbindung gebracht. Sie staute einen Gebirgsbach vorübergehend auf und brach anschließend als Flutwelle durch das Flusssystem von Bhote Koshi-Trishuli-Narayani. Neuere Einschätzungen deuten das seismische Signal als Folge des Einsturzes und nicht als Erdbeben; die Quellen nennen unterschiedliche Angaben zum genauen Ort und zur Seite der Grenze.
Das Wasser durchquerte das Land in wenigen Stunden. Um 09:05 Uhr kam das Wasser von tibetischer Seite; bis 15:20 Uhr hatte es rund 181 km flussabwärts bis zum Narayani bei Devghat zurückgelegt. Von dort fließt der Fluss weiter zur indischen Grenze.
Warum das eine touristische Geschichte ist. Das Unglück ereignete sich nicht irgendwo an der Grenze: Die Flut durchquerte das ganze Land, von Tibet bis zur indischen Grenze. Sie traf wichtige Verkehrsknotenpunkte, riss zahlreiche Brücken und Straßen weg und zerstörte ganze Dörfer. Rasuwagadhi-Kerung, Syabrubesi, Pokhara und Chitwan sind daher keine zufällige Aufzählung von Ortsnamen, sondern miteinander verbundene Punkte eines Korridors, den Touristen, Pilger und Einheimische nutzen. Über den Grenzübergang Rasuwagadhi-Kerung kehren Touristen von der Kora rund um den Kailash zurück; nahe Syabrubesi beginnen die Trekkingtouren ins Langtang. Das Trishuli-Tal verbindet die Region mit Pokhara - dem Ausgangspunkt der Annapurna-Treks - und mit Chitwan, einem Nationalpark mit Dschungel, Elefanten und Nashörnern. Beschädigte Straßen und Kommunikationsnetze können Reisende hier isolieren.
Pilger. Für Hindus, Buddhisten und Anhänger animistischer Traditionen galt der 28. August als günstiges Datum. Tausende waren auf dem Weg nach Gosainkunda; indische Pilger reisten über Rasuwagadhi-Kerung zum Manasarovar in China.
644 Touristen ohne Kontakt
Nach Angaben des Nepal Tourism Board (NTB):
| Land | Touristen ohne Kontakt |
|---|---|
| Indien | 178 |
| Nepal | 127 |
| USA | 65 |
| Ukraine | 53 |
| Malaysia | 51 |
| Australien | 35 |
| Vereinigtes Königreich | 33 |
| Kanada | 25 |
| Singapur | 9 |
| Russland | 8 |
| Deutschland | 8 |
| Lettland | 6 |
| Südafrika | 6 |
Das ist die Zahl der Menschen, zu denen kein Kontakt bestand, und keine bestätigte Zahl der Todesopfer. Beschädigte Straßen und Kommunikationsnetze sowie Menschen, die noch über den chinesischen Grenzübergang unterwegs waren, können einen Teil dieser Fälle erklären; aus den Zahlen lassen sich keine Schlüsse über das Schicksal einer bestimmten Person ziehen.
Weg der Flutwelle
- 08:40 — Syabrubesi: Die letzte Messung der Flussstation vor dem Abbruch der Datenübertragung.
- 08:50 — Syabrubesi: Die Station stellte die Datenübertragung ein.
- 09:05 — Rasuwagadhi: Nach Berichten drang eine starke Flutwelle von tibetischer Seite ein.
- 09:20 — Betrawati: Die hydrologische Station stellte die Datenübertragung ein.
- 10:28 — Galchhi: Eine Prognose für den Weg der Flutwelle bis in diesen Sektor wurde veröffentlicht.
- 11:26 — Phurke / Malekhu: Der Pegel an der Messstelle Phurke–Malekhu überschritt die Gefahrenmarke.
- 11:50 — Malekhu: Das Eintreffen der Flutwelle in Malekhu wurde in einem Bericht bestätigt.
- 13:00 — Muglin: Das Eintreffen der Flutwelle in Muglin wurde bestätigt.
- 14:14 — Kalikhola: Der Pegel an der Messstelle Kalikhola überschritt die Gefahrenmarke.
- 15:20 — Narayani–Devghat: Das Eintreffen der Flutwelle bei Narayani–Devghat wurde bestätigt.
- 16:00 — Devghat: Am Pegel Devghat wurde der Höchststand registriert.