Maximale Tiefe des Schwarzen Meeres

Maximale Tiefe des Schwarzen Meeres

Das Schwarze Meer ist im Vergleich zu anderen Meeren rund um die Ukraine recht tief. Neben dem Asowschen Meer (im Mittel nur etwa 7 m) oder dem Mittelmeer fällt der Unterschied deutlich auf: Hier liegt ein echtes Becken von mehr als zwei Kilometern Tiefe, gefüllt mit Wasser, das sich kaum mit der Oberfläche vermischt.

Die wichtigsten Zahlen

Moderne bathymetrische Daten (EMECS, EMODnet, Atlantis II, 1969):

  • Fläche (ohne Asowsches Meer): etwa 436 400 km²;
  • Wasservolumen: etwa 547 000 km³;
  • mittlere Tiefe: etwa 1250 m (ältere Nachschlagewerke nennen mitunter 1197 m);
  • maximale Tiefe: 2212 m (in der Enzyklopädie der Ukraine 2245 m);
  • Länge (Ost-West): etwa 1175 km.

Wo ist der tiefste Punkt?

Am tiefsten ist es auf der euxinischen Tiefsee-Ebene (Euxine abyssal plain) im Zentralbecken, knapp südlich von Jalta. Dort maß das Echolot 2212 m.

Vom Nordwesten zieht sich eine breite Kontinentalplatte (bis 190 km breit, meist 100-160 m tief) zum Kontinentalhang hin, der steil abfällt. Vor der Türkei und Georgien ist die Platte schmal (oft unter 20 km) und steil.

Vergleich mit anderen Meeren

  • Schwarzes Meer: im Mittel ~1250 m, Maximum 2212 m.
  • Mittelmeer: im Mittel ~1540 m, Maximum 5267 m.
  • Asowsches Meer: im Mittel ~7 m, Maximum ~14 m.
  • Ostsee: im Mittel ~55 m, Maximum ~459 m.
  • Kaspisches Meer: im Mittel ~211 m, Maximum ~1025 m.
  • Marmarameer: im Mittel ~494 m, Maximum ~1370 m.

Das Schwarze Meer ist tiefer als Kaspisches und Marmarameer, aber im Mittel flacher als das Mittelmeer. Es ist das größte meromiktische Becken der Erde.

Wasserschichten und „Tote Zone“

Unter etwa 150 m fehlt Sauerstoff fast vollständig. Die sulfidische „Tote Zone“ (ab ~90-150 m bis zum Meeresboden) enthält Schwefelwasserstoff (H₂S) und umfasst über 90% des Volumens. Unter 1750 m bleibt H₂S stabil bei etwa 383 ± 2 µmol/l.

Einziger externer Sauerstoffeintrag: salziger Zufluss aus dem Mittelmeer durch den Bosporus, der kaum unter 100-150 m reicht.

Leben in verschiedenen Tiefen

  • 0-150 m: etwa 168 Fischarten, tausende Wirbellose, 4 Meeressäuger.
  • 150-300 m: thiotrophe Bakterienmatten (Beggiatoa) am Krimhang.
  • 200-300 m: aktive Ciliaten, Nematoden, Foraminiferen in sulfidischen Sedimenten (Sergeeva et al., 2014).
  • Unter 1700 m: vor allem Mikroben.

Becken-Geschichte und Legenden

Lange war das Schwarze Meer ein großer Süßwassersee, 100-140 m tiefer als heute. Vor etwa 7500 Jahren drang Mittelmeerwasser durch den Bosporus ein. Ryan und Pitman (1997) verbanden dies mit Sintflutmythen; heute halten die meisten Geologen eine allmähliche Füllung für wahrscheinlicher (Aksu et al., 2002).

Was sich heute ändert

Die obere sauerstoffreiche Schicht schrumpft: anoxische Grenze von ~140 m (1955) auf ~90 m (2015), etwa 0,9 m pro Jahr (Capet et al., 2016; TÜBA, 2021), bedingt durch Eutrophierung.

Praktisches

Badegäste: flach am Strand (5-15 m), dann steiler Abfall. Taucher: Freizeit bis 40 m; unter 100-150 m Spezialausrüstung wegen Anoxie. Segler: Wellen bis 12 m, keine Gezeiten; Untiefen im Nordwesten sind gefährlicher als die Zentraltiefe.

Kurz

  • Maximaltiefe: 2212 m, südlich von Jalta.
  • Mittlere Tiefe etwa 1250 m.
  • Über 90% des Volumens: anoxisches, sulfidisches Wasser.
  • Ehemaliger Süßwassersee wurde vor ~7500 Jahren zum Meer.
  • H₂S-Grenze steigt etwa 1 m pro Jahr.

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