Manaslu: Brücken weggespült, Expeditionen fliegen ein
Was geschah. Im Morgengrauen des 6. September 2026 trat der Therang Khola nach Nachtregen bei Namrung (Bezirk Gorkha) über die Ufer. Zwei Hängebrücken zwischen den Tälern, mehrere Häuser und zwei kleine Wasserkraftwerke wurden fortgerissen. Der Rundweg um den Manaslu und der Zugang zum Pass Larke (5106 m) waren unterbrochen. Die Bezirksverwaltung bat, Trekkingtouren zu verschieben. Tote auf diesem Abschnitt wurden nicht gemeldet. Es war ein Monsunhochwasser, kein Gletscherseeausbruch wie zwei Wochen zuvor in Rasuwa.
Der Weg. Kommerzielle Besteigungen des Achttausenders gingen trotzdem weiter: die meisten Gruppen fliegen per Hubschrauber nach Samagaon und gehen von dort ins Basislager. Am 9. September bauten Bewohner der Landgemeinde Chumanuwri eine provisorische Holzbrücke und räumten einen alten Pfad frei; die örtliche Verwaltung erklärte die Strecke wieder begehbar. Der Bezirk Gorkha nahm den Rat, Touren zu verschieben, nicht zurück: die Stämme würden einen weiteren Wasseranstieg kaum überstehen, und weiterer Regen wurde noch erwartet.
Am Berg. Die Tourismusbehörde Nepals stellte diesen Herbst rekordverdächtige 422 ausländische Genehmigungen für den Manaslu aus (zuvor 404 im Jahr 2022). Mit nepalesischem Personal ist das Basislager das zweitgrößte des Landes nach dem Everest. Fixseile reichen bereits bis Lager 3, doch nach einer Woche Niederschlag ist der Hang mit Frischschnee überladen; erste Gipfelversuche verschieben sich auf etwa den 19.–20. September.