Heiße Duschen beim Trekking in Nepal
Wenn Sie möchten, können Sie beim Trekking in Nepal jeden Tag duschen. Aber wie genau sieht diese Dusche aus? Worauf muss man sich einstellen? Lohnt es sich überhaupt, im Hochgebirge zu waschen? In diesem Artikel versuche ich, die wichtigsten Arten nepalesischer Duschen zu beschreiben und die Geheimnisse ihrer Funktionsweise zu verraten:) Warum über solchen Unsinn schreiben, fragen Sie? Ganz im Gegenteil: Baden ist eine ernste Angelegenheit. In den Bergen ist alles ernst - sogar das Aufstehen vom Stuhl.
Drei heiße Duschen
Genau genommen gibt es in praktisch jeder nepalesischen Lodge eine heiße Dusche. Oft steht dieser Service sogar auf der Speisekarte der Lodge. Dort liest man (irgendwo auf der letzten Seite) „hot shower - 200 Rupien“. Und wenn Sie bei der Auswahl einer Lodge den Administrator fragen: „Hot shaver?“, wird er natürlich mit „Yes!“ antworten. Damit könnte man es bewenden lassen. Wenn Sie sich aber heute wirklich waschen möchten (morgen sind Sie schon woanders), sollten Sie die nächste Frage stellen: „Gas or solar?“.
Solar shower (Solardusche)
Eine Dusche, bei der das Wasser durch die Sonne erwärmt wird. Das kann ein einfacher schwarzer Tank auf dem Dach der Dusche sein oder ein modernes, einer Solaranlage ähnliches System mit einem Thermobehälter als Ausdehnungsgefäß. Solarduschen findet man außerhalb der „warmen Zone“ (bis 3.000 m über dem Meeresspiegel) nur selten, aber auch dort funktionieren sie nur an klaren Tagen. Außerdem ist der Vorrat an warmem Wasser im Tank nicht unbegrenzt. Deshalb sollten Sie die Solardusche nicht abends, sondern mitten am Tag benutzen. Und sparen Sie Wasser - drehen Sie den Hahn zu, während Sie sich einseifen. Den Kaltwasserhahn öffnen Sie am besten überhaupt nicht. Das Wasser kommt dort durch Schwerkraft aus Bergquellen. Deshalb ist der Druck in der „kalten Leitung“ viel höher als in der warmen. Wenn Sie den Hahn öffnen, lassen Sie den Geist aus der Flasche: Kaltes Wasser drückt das warme Wasser problemlos zurück in den Tank. Kurz gesagt: Fassen Sie die Hähne möglichst wenig an.
Gas shower (Gasdusche)
Die luxuriöseste und teuerste Art einer nepalesischen Dusche. In der geräumigen Dusche stehen eine Gasflasche und ein daran angeschlossener Durchlauferhitzer. Dieses System liefert wirklich heißes Wasser, sodass man auch an kalten Tagen duschen kann. Für eine Gasdusche muss man normalerweise im Voraus bezahlen - man gibt das Geld ab und bekommt dafür den Schlüssel zur Dusche. Bitten Sie den Besitzer unbedingt, Ihnen die Funktionsweise des Systems zu zeigen. Meistens ist ein Kunststoffschlauch mit Duschkopf direkt an den Wassererhitzer angeschlossen, ganz ohne Mischbatterie. Mit den „Knöpfen“ am Gerät lässt sich die Wassertemperatur längst nicht immer regulieren. Das System kennt nur Extreme: entweder kochendes oder lauwarmes Wasser. In diesem Fall können Sie das Wasser abkühlen, indem Sie den Sprühkopf höher befestigen und selbst weiter unten sitzen. Während das Wasser durch die Luft fliegt, kühlt es etwas ab und brennt nicht mehr. Im Raum riecht es oft stark nach Gas - rauchen Sie dort also nicht, hantieren Sie nicht mit einem Feuerzeug und bleiben Sie nicht länger als 15 Minuten unter der Dusche. Denn trotz aller Unannehmlichkeiten ist heißes Wasser ein solcher Genuss, dass man sich nur schwer davon losreißen kann:)
Hot bucket (heißer Eimer)
Diese Art Dusche findet man in einfachen Lodges im Hochland, wo es kalt ist und die Nachfrage nach dem Baden äußerst gering. Für 2-4 Dollar bekommen Sie einen Eimer heißes Wasser (etwa 10 Liter), eine Schöpfkelle und eine „Dusche“, in der Sie planschen können. Da Sie für das Wasser bezahlen (genauer gesagt für den Brennstoff, der zum Erhitzen nötig ist) und nicht für die Dusche, können Sie sparen, indem Sie einen Eimer für zwei nehmen. Mit einer durchdachten Einseif-Strategie reicht ein Eimer heißes Wasser für zwei Personen mehr als aus. Ein paar Mal bin ich in Nepal auf einen fortschrittlicheren „Hot bucket“ gestoßen - der Eimer hatte einen Hahn. Er wurde an der Decke aufgehängt und schon hatte man eine ganz normale Dusche.
Wann kann man im Himalaya baden?
Die Erfahrung zeigt: Oberhalb von 3.500 Metern ist es für alle so kalt, fröstelnd und ungemütlich, dass die Lust auf eine Dusche von selbst verschwindet. Touristen verschieben das Waschen mit gutem Gewissen, bis sie in die „warme Zone“ zurückkehren, und ich empfehle Ihnen, es genauso zu machen. Allmählich gewöhnt sich der Körper daran, ständig Thermounterwäsche zu tragen, und hört auf zu schwitzen, zu jucken und nach Wasser zu verlangen:) Und Feuchttücher gibt es ja auch noch.
Erst wenn es wirklich unerträglich wird - wenn der ungewaschene Kopf sich weigert zu denken und der Körper sich weigert zu gehen - sollten Sie sich auf eine Dusche vorbereiten. Im Hochland müssen Sie vor dem Duschen zunächst genau auf sich selbst hören. Fühlen Sie sich normal? Gibt es Anzeichen einer Erkältung? Sind Sie übermüdet? In großer Höhe funktionieren die Thermoregulationsmechanismen des Körpers nicht normal; wenn man in geschwächtem Zustand badet, ist es anschließend sehr schwierig, wieder warm zu werden. Legen Sie deshalb vor dem Duschen warme Kleidung bereit (Thermounterwäsche, Daunenjacke und Mütze). Wenn Sie sich zum Baden entschließen, tun Sie es am besten tagsüber, damit Sie sich in der Sonne aufwärmen können, oder abends, sobald der Ofen im Speisesaal der Lodge angeheizt ist.
Was sollte man beim Trekking für die Dusche mitnehmen?
Fast alle nepalesischen Duschen haben einen kalten Betonboden. Nehmen Sie deshalb auf die Wanderung ruhig Duschpantoffeln mit. Nachmittags ziehen Wolken über die Berge, feuchte Luft hängt in der Gegend und nichts trocknet schnell - weder Haare noch Handtücher. Damit Ihr Handtuch nicht aus Verzweiflung verrottet, lohnt sich ein schnell trocknendes Sporthandtuch aus dünner Mikrofaser. Wirklich dünn - ohne die „Frottee-Schlingen“ eines normalen Badetuchs! Damit nasse Haare Sie nicht ins Grab bringen (kein Scherz), rasieren Sie sich den Kopf oder setzen Sie sofort nach dem Duschen eine Mütze auf. Und noch etwas: Da die Ihnen zugeteilte Wassermenge begrenzt sein kann, nehmen Sie beim Trekking eine Seife mit, die sich leicht abspülen lässt:)
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Wie putzt man sich die Zähne?
Sie sollten Ihre Zähne mit warmem, abgekochtem Wasser putzen. Leitungswasser ist zu kalt und kann vor allem Krankheitserreger enthalten. Ich erinnere daran: In Nepal darf man kein unbehandeltes Wasser trinken. Damit ich nicht nach warmem, abgekochtem Wasser suchen muss, putze ich mir die Zähne mit Tee aus der Thermoskanne. Die habe ich immer dabei.
Wo kann man in Nepal Kleidung waschen?
Erstens können Sie die Wäsche bis zur Rückkehr nach Kathmandu verschieben, wo es jede Menge Wäschereien gibt. Ein wichtiges Argument dafür ist die ewige abendliche Feuchtigkeit in den Bergen (wegen der tiefen Wolken) - gewaschene Kleidung trocknet sehr schlecht. Wenn Sie trotzdem etwas waschen müssen, ist die heiße Dusche natürlich der bequemste Ort dafür. Aus allen anderen Hähnen in der Umgebung kommt nur kaltes Wasser, von dem sich beim Waschen schon nach zwei Minuten die Hände verkrampfen. Waschen Sie aber bitte nicht in einer „Solardusche“, damit Sie den unersetzlichen Vorrat an warmem Wasser nicht verbrauchen. Und wenn Sie eine große Wäsche planen, gehen Sie am besten als Letzter aus der Gruppe unter die Dusche, damit keine Warteschlange entsteht.
Kyrylo Yasko, 8. Oktober 2014