Winterfallen an Herbsthängen – Retter warnen Bergsteiger in Nordalpen
In Nordalpen und entlang Alpenhauptkamm hat sich eine Schneedecke gebildet, während das deutsche Mittelgebirge völlig trocken bleibt. Die Schneehöhe variiert je nach Hangausrichtung erheblich: Während der südliche Anstieg von Lermoos nach Daniel auf 2340 Metern Höhe schneefrei blieb, fielen auf der Nordseite des im Schatten bis auf 1600 Meter reichenden Grates etwa 10 Zentimeter Neuschnee.
In den östlichen Gebieten herrschen winterliche Bedingungen. Rettungskräfte führten mehrere schwierige Einsätze im Massiv Hochkönig und im Gebiet Birkkar durch und retteten Gruppen aufgrund mangelhafter Abstiegsplanung. Eine weitere Bergsteigerin musste vom Klettersteig Stopselzieher-Klettersteig im Massiv Wetterstein evakuiert werden, nachdem sie eine schneebedeckte Felspassage nicht überwinden konnte.
Im Hochland nimmt die Schneedecke allmählich zu: Insbesondere auf dem Gletscher Hintertuxer Gletscherskigebiet in 3200 Metern Höhe hat sie bereits etwa 45 Zentimeter erreicht. Experten raten, sich auf südliche Routen bis 2000 Meter zu beschränken und unbedingt Wanderschuhe mit tiefem Profil, Stöcke und Eispickel mitzuführen, da sich nach dem Tauwetter am Tag und dem Frost in der Nacht Eis bildet.
Quelle: Bergbericht 6. bis 8. November 2026
Kontext
Selbst bei gemäßigten Tagestemperaturen bergen alpine Wanderwege im Herbst eine besondere Gefahr: Schnee, der tagsüber leicht antaut, verwandelt sich bei den nächtlichen Minustemperaturen in eine feste Eiskruste.