Fußballfeld oder Wiese – wie Retter temporäre Einsatzorte auswählen
Bei Großbränden, Erdbeben oder Reparaturen an festen Landeplätzen müssen Rettungshubschrauber schnell provisorische Landeplätze finden. Wie Vertreter des australischen Rettungsdienstes CareFlight und des norwegischen Rettungsdienstes Norwegian Air Ambulance feststellten, zwingt unwegsames oder schwieriges Gelände die Piloten oft dazu, so nah wie möglich an den Opfern zu landen – auf Fußballfeldern, Straßen, Parkplätzen oder offenen Wiesen.
Um auf unvorbereitetem Gelände sicher zu landen, studieren die Besatzungen zunächst digitale Karten und führen Luftaufklärung durch. Der Untergrund unter dem Hubschrauber muss eben und fest genug sein, um die Last zu tragen, auch im Falle eines möglichen Triebwerksausfalls. Neben ausreichend Platz für die Rotoren und Manövrierwege beurteilen die Piloten die Risiken des starken Rotorluftstroms für Zivilisten, Fahrzeuge und Sachwerte am Boden.
Die Verwaltung solcher Standorte variiert stark je nach Land: In Norway werden verifizierte natürliche Punkte in eine spezielle Firmendatenbank zur Wiederverwendung durch Kollegen eingetragen. In Australia sind häufig Anwohner, Polizei oder medizinisches Personal aus abgelegenen Gemeinden an der Absperrung, der Zufahrtskontrolle und der Beseitigung von Fremdkörpern beteiligt.
Quelle: Space to land - AirMed&Rescue
Kontext
Bei norwegischen Rettungshubschraubern werden die Abmessungen der Landefläche anhand des üblichen Wertes D – der maximalen Hubschraubergröße unter Berücksichtigung der Rotation von Haupt- und Heckrotor – gemessen. Demnach muss die Mindestsicherheitsfläche tagsüber mindestens 2 × 2D betragen, und für Landungen bei Nacht ist eine größere Fläche von mindestens 2 × 4D vorgeschrieben.