Krimlegende – Jungfrauenturm in Sudak

Krimlegende – Jungfrauenturm in Sudak

Auf einem hohen felsigen Berghang in Sudak kann man die Überreste der Festung sehen. Bis heute sind Mauern und Verteidigungstürme, Tempel und Burgen erhalten geblieben, in denen die genuesischen Konsuln des mittelalterlichen Sugdeya lebten. Ganz oben auf dem Berg steht ein einsamer Turm. Zum Turm führt ein steiler Weg mit im Fels durchbrochenen Stufenspuren. Man sagt, dass dieser Turm bereits in der Antike existierte und eine Tochter eines Archonten darin lebte. Sie war das schönste Mädchen in Tavrida. Es heißt, Diophant, der beste Feldherr des pontischen Zaren Mitridat, habe vergeblich um ihre Hand gekämpft.

Niemand wusste, dass das Mädchen bereits verliebt war, sie liebte einen gewöhnlichen Dorfhirten. Sie fühlten sich wohl und waren glücklich, nichts erinnerte sie daran, dass sie die Tochter des Archonten und er der Hirte war. Ob es für die liebenden Herzen wichtig ist?

Als sie aber einmal zusammen gesehen wurden, befahl der Archont, den Hirten zu ergreifen und in den Steinbrunnen zu werfen.

Es vergingen einige Tage, bis das vor Trauer wahnsinnige Mädchen herausfand, wo ihre Geliebte war. Es gelang ihr, ihren Vater zu überreden, den Jugendlichen freizulassen.

Doch der Archont hatte nicht die Absicht, der Wahl seiner Tochter zuzustimmen. Er beschloss, sie mit einem Trick zu trennen. Ein Schiff sollte in ein paar Tagen nach Milet aufbrechen. Der Archont wollte den Hirten angeblich mit einem wichtigen Auftrag nach Griechenland schicken. Aber er selbst hatte den Seefahrern befohlen, den Hirten auf dem Weg nach Griechenland zu töten. Der Auftrag wurde ausgeführt.

„In einem Jahr“, sagte er zu seiner Tochter, „wird das Schiff zurück sein.“ Wenn deine Geliebte dich nicht verrät, wirst du das weiße Schild am Mast sehen. Und ich werde nichts gegen Ihr Glück haben. Wenn es jedoch kein Schild auf dem Schiff gibt, müssen Sie Diophant heiraten.

Für das Mädchen zogen trübe Tage vorüber. Doch schließlich verging ein Jahr. Eines Tages versammelten sich alle Einwohner der Stadt am Kai: Das Schiff aus dem fernen Milet war gekommen. Doch die Tochter des Archonten hatte am Mast kein Zeichen gefunden.

Das Mädchen stieg auf die Spitze des Turms, wo er von Zinnen umgeben ist, und mit den Worten: „Unwürdige Leute, ihr wisst nicht, was das Herz und die Liebe ist!“ sie sprang herunter.

Von da an wird der Turm in Sudak Jungfrauenturm genannt.


Sugdeya – modernes Sudak;

Milet – die größte Stadt an der malaysischen Küste zur Zeit des antiken Griechenlands;

Archont – der gewählte offizielle Funktionär, der die Republik regiert.

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