Hawaii: Beben sperren das Gebiet Keanakākoʻi am Kīlauea
Am 1. Oktober schloss der Nationalpark Hawaiʻi Volcanoes das Gebiet am Krater Keanakākoʻi auf dem Gipfel des Kīlauea. In der Nacht drang Magma in eine neue Spalte unter dem Krater Halemaʻumaʻu und trat an keiner neuen Stelle an die Oberfläche. Der übrige Park blieb deshalb offen.
Gesperrt sind die alte Crater Rim Drive, die Aussichtspunkte bei Keanakākoʻi und der Crater Rim Trail zu diesem Krater. Der Parkplatz am Devastation-Weg bleibt offen: der gesperrte Abschnitt beginnt genau dort.
Die Stöße begannen am 30. September gegen 14 Uhr hawaiianischer Zeit, etwa eineinhalb Kilometer unter den aktiven Schloten. Der stärkste, Magnitude 3,4, kam um 21:52 Uhr in etwa 1,4 km Tiefe. Er war zu spüren: das Observatorium erhielt etwa 30 Meldungen. In 24 Stunden ortete es 98 flache Beben, meist unter Halemaʻumaʻu. Ein Überflug am Morgen des 1. Oktober zeigte keine neuen heißen Stellen und keine neuen Risse an der Oberfläche. Lava blieb tief im nördlichen Schlot.
Der Kīlauea bricht seit dem 23. Dezember 2024 in Schüben innerhalb der Caldera aus. Der letzte hohe Lavafontänen-Ausbruch war am 25. August. Das Observatorium lässt den Vulkan unter verschärfter Beobachtung, der Flugfarbcode bleibt orange: der Gipfel steht weiter unter Druck, daher bleiben ein neuer Fontänenausbruch oder Lava an einer anderen Stelle der Caldera möglich. Am 4. Oktober hatte sich jener nächtliche Magmastrom nicht wiederholt, und die östliche wie die südwestliche Riftzone waren ruhig. Der Kraterrand von Halemaʻumaʻu selbst ist seit Ende 2007 für Menschen gesperrt. Ob die Sperre bei Keanakākoʻi nach dem 1. Oktober aufgehoben wurde, schrieb das Observatorium nicht.