Dolomiten: Rettungen an den Drei Zinnen und zwei tödliche Stürze
In der ersten Septemberhälfte liefen in den Dolomiten mehrere getrennte Geschichten zusammen: eine Rettungsserie an den Drei Zinnen und zwei tödliche Stürze — am Klettersteig bei Sexten und nachts neben einer Hütte.
Anfang des Monats biwakierten zwei polnische Alpinisten in der Wand der Großen Zinne, nachdem einer beim Zustieg zur Dibona-Kante rund 25 Meter gestürzt war. Wind hielt den Hubschrauber am Abend fern; am Morgen des 4. September wurden beide von einem Band geborgen. Am Samstag, 5. September, baten vier weitere Menschen um Hilfe beim Abstieg vom selben Gipfel. Zwei Österreicher, die auf rund 2700 Metern von der Route abgekommen waren, kamen per Seilwinde zur Lavaredo-Hütte. Zwei Italiener saßen noch auf dem 2986 Meter hohen Gipfel, zu spät und zu dünn gekleidet; ein zweiter Hubschrauber brachte sie gegen 23:15 Uhr zur Auronzo-Hütte. Über das Wochenende gerieten rund um den Stock sechs Menschen in Not.
Am 8. September starb ein 43-jähriger Tourist aus Deutschland auf dem Klettersteig Mario Zandonella an der Sextner Rotwand, an der Grenze der Provinzen Bozen und Belluno. Er war allein unterwegs und trug Klettersteigausrüstung. Den Sturz sah niemand; andere hörten mittags Schreie. Der Hubschrauber aus Pieve di Cadore fand ihn in einer Rinne etwa 80 Meter tiefer; der Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Die Ursache ist unklar; die Route hat auch ungesicherte Passagen.
In der Nacht zum 14. September verließ ein 43-jähriger Tourist aus Tschechien gegen Mitternacht die Coldai-Hütte in der Civetta-Gruppe, um den Nachthimmel zu fotografieren, und kehrte nicht zurück. Das Telefon klingelte, niemand hob ab. Die Bergrettung Val di Zoldo fand seinen Körper rund 100 Meter unterhalb der Hütte. Erste Rekonstruktion: Er verlor auf der freien Fläche bei der Terrasse den Halt und stürzte in die Rinne.
Kürzere Septembertage, Kälte am Gipfel und Dunkelheit um die Hütten sind hier keine Kleinigkeit. Am Klettersteig hebt die Ausrüstung ungesicherte Stellen nicht auf, und Nachtfotos am Terrassenrand sind ein eigenes Risiko, keine Fortsetzung der Tagestour.