Floriwskyj-Kloster in Kyjiw
Das Floriwskyj-Kloster in Podil ist eines der ältesten Frauenklöster der Ukraine und bis heute in Betrieb. Der vollständige Name lautet Heilige-Himmelfahrt-Floriwskyj-Kloster, in Kyjiw sagt man aber meist einfach "Floriwskyj". Es liegt am Fuß des Zamkowa-Bergs, wenige Gehminuten vom Kontraktowa-Platz entfernt.
Kurze Geschichte
Erstmals erwähnt wird das Kloster zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Das heutige Ensemble entstand nach und nach zwischen dem 17. und dem 20. Jahrhundert und überstand Brände wie Umbauten. Lange war es ein wohlhabendes Haus: Frauen aus Adels- und Kosakenoffiziersfamilien legten hier das Gelübde ab, und ihre Familien finanzierten die Bauten. Die Nonnen waren für ihre Handarbeit bekannt - Stickerei, Teppiche und Schmuck, deren Ruf weit über Kyjiw hinausreichte.
1929 wurde das Kloster geschlossen. Ein Teil der Gebäude wurde abgerissen, ein anderer zu Wohnungen und Werkstätten umgebaut. Während des Zweiten Weltkriegs, 1941, nahm es den Betrieb wieder auf und blieb seither geöffnet.
Was man sieht
Die interessantesten Bauten sind die Himmelfahrtskathedrale, die Refektoriumskirche der heiligen Florus und Laurus sowie der Torglockenturm, von dem aus man das Gelände am besten überblickt. Das Areal ist klein und still - nach dem betriebsamen Kontraktowa-Platz ein spürbarer Kontrast.
Das Kloster ist in Betrieb, also bitte zurückhaltend gekleidet eintreten und beim Fotografieren Maß halten, schon gar nicht in Richtung der Nonnen. Der Eintritt ist frei.
Anfahrt
Nächste Metrostation ist Kontraktowa Ploschtscha, von dort 5-7 Minuten zu Fuß die Prytysko-Mykilska-Straße entlang. Gleich daneben beginnt der Aufstieg auf den Zamkowa-Berg, das Kloster lässt sich also gut mit einem Spaziergang durch Podil und über den Andrijiwskyj-Abstieg verbinden.