Meere, Flüsse und Seen der Ukraine

Meere, Flüsse und Seen der Ukraine

Die Ukraine verfügt über vielfältige Wasserlandschaften: die Küsten des Schwarzen und des Asowschen Meeres, große Flusssysteme sowie Seen, Limane und Stauseen. Sie sind für Natur, Wirtschaft, Schifffahrt und Erholung von großer Bedeutung.

Wichtig: Die Krim ist Teil der Ukraine und seit 2014 vorübergehend von Russland besetzt. Der russische Angriffskrieg beeinträchtigt außerdem Sicherheit, Zugang und Umweltzustand zahlreicher Küsten- und Gewässerregionen im Süden der Ukraine. Prüfen Sie vor jeder Reise die offiziellen Sicherheitshinweise.

Das Schwarze Meer

Das Schwarze Meer liegt im Süden der Ukraine. Die Straße von Kertsch verbindet es mit dem Asowschen Meer, der Bosporus mit dem Marmarameer. Die ukrainische Schwarzmeerküste umfasst Festlandsabschnitte sowie die Küste der Autonomen Republik Krim und der Stadt Sewastopol.

Die Küste ist sehr unterschiedlich: Im Nordwesten prägen flache Ufer, Sandstrände, Buchten und Limane das Landschaftsbild. An der Südküste der Krim reichen die Ausläufer des Krimgebirges stellenweise bis ans Meer.

Das Schwarze Meer ist ein tiefes Binnenmeer. In großen Tiefen enthält das Wasser kaum Sauerstoff und ist mit Schwefelwasserstoff angereichert. Der größte Teil des Pflanzen- und Tierlebens konzentriert sich daher auf die oberen Wasserschichten.

Das Asowsche Meer

Das Asowsche Meer ist ein flaches Meer, das durch die Straße von Kertsch mit dem Schwarzen Meer verbunden ist. Im Sommer erwärmt es sich schnell, im Winter können küstennahe Bereiche zufrieren.

Die ukrainische Küste des Asowschen Meeres ist durch lange Sandnehrungen, flache Buchten und Lagunen geprägt. Dazu gehören die Berdjansk- und die Obitotschna-Nehrung sowie die Arabat-Nehrung. Westlich der Arabat-Nehrung liegt der Sywasch, ein weit verzweigtes System flacher, stark salzhaltiger Buchten und Lagunen.

Krieg, vorübergehende Besatzung, Einschränkungen der Schifffahrt und Belastungen der Küstenökosysteme beeinträchtigen das Asowsche Meer erheblich. Informationen über Zugang und Sicherheit können sich rasch ändern.

Flüsse der Ukraine

Die Ukraine besitzt ein dichtes Netz großer und kleiner Flüsse. Die meisten gehören zu den Einzugsgebieten des Schwarzen und des Asowschen Meeres; im Nordwesten entwässern einige Flüsse über das Weichsel-System in die Ostsee.

Der Dnipro

Der Dnipro ist die wichtigste Wasserstraße der Ukraine. Er entspringt im Waldaihochland, fließt durch Belarus und die Ukraine und erreicht das Schwarze Meer über den Dnipro-Buh-Liman. Sein Lauf innerhalb der Ukraine ist mehr als 1.100 Kilometer lang.

Der Dnipro prägt die Landschaften und das Leben vieler Städte, darunter Kyjiw, Tscherkassy, Dnipro und Saporischschja. Seine Stauseen und Wasserkraftwerke sind für Energieversorgung, Wasserwirtschaft und Verkehr wichtig. Der Krieg hat Teile dieser Infrastruktur schwer beschädigt; Wasserstände, Zugänglichkeit und lokale Bedingungen können sich deshalb verändern. Zu seinen großen Nebenflüssen zählen Prypjat, Desna, Teteriw, Ros und Samara.

Donau, Dnister und Südlicher Buh

Im Südwesten durchfließt die Donau die Ukraine und bildet vor ihrer Mündung ins Schwarze Meer ein verzweigtes Delta. Sie ist eine wichtige europäische Wasserstraße und verbindet die Ukraine mit vielen Ländern Mittel- und Südosteuropas.

Der Dnister entspringt in den Karpaten und fließt in Richtung Schwarzes Meer. Der Südliche Buh verläuft vollständig innerhalb der Ukraine und mündet in den Dnipro-Buh-Liman.

Seen, Limane und Stauseen

Die Seen der Ukraine unterscheiden sich stark in ihrer Entstehung und ihren natürlichen Bedingungen. Viele natürliche Seen liegen in Polissja und im Donaudelta. Zu den bekanntesten gehören der Switjas-See in Wolyn und der Jalpuh-See in der Oblast Odesa.

An der Schwarzmeerküste befinden sich zahlreiche Limane: Brack- oder Salzwassergebiete, die oft durch Sandbänke vom Meer getrennt sind. Beispiele sind der Dnister-, der Tylihul- und der Kujalnyk-Liman.

Stauseen sind ebenfalls wichtig für Wasserversorgung, Energieerzeugung, Bewässerung und Abflussregulierung. Ihr Zustand hängt von Wasserständen, Schadstoffeinträgen und den Folgen des Krieges ab.

Verantwortungsvoll unterwegs

Wenn Sie Gewässer in der Ukraine besuchen, wählen Sie nur geöffnete und freigegebene Orte, beachten Sie Naturschutzregeln und nehmen Sie Ihren Müll wieder mit. In vom Krieg betroffenen Gebieten bestehen zusätzliche Risiken, etwa Zugangsbeschränkungen, beschädigte Infrastruktur und Minengefahr.

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